Cafayate

Das Tal um Cafayate ist nach Mendoza das zweit bekannteste Weinanbaugebiet Argentiniens, mit 4000 ha jedoch kaum größer als der Rheingau. Während Mendoza besonders für seine roten Malbecs berühmt ist, sind die weißen Torontés die Spezialität von Cafayate. Sie scheinen auf der Höhe von 1700 m des Tals besonders gut zu wachsen.

Cafayate liegt zwar relativ hoch, doch im Sommer wird es hier trotzdem ziemlich heiß. Bei unserer Ankunft sind es fast wieder 40°C. Entsprechend schlecht schlafen wir die erste Nacht im ansonsten sehr netten, familiären „Chicha y Aloja“ und werden von Moskitos zerstochen. In den letzten Tagen seit San Juan verspüren wir das erste mal auf unserer Reise so etwas wie „Reisemüdigkeit“ und nicht den Drang, uns alles in der Gegend anzusehen, sondern einfach ein bisschen ruhiger zu machen, was sicher auch etwas an der Hitze liegt. Für die nächste Nacht entscheiden wir uns in das Hostel „El balcón“ umzuziehen. Dieses Hostel ist leider nicht ganz so familiär, aber bietet wunderbare Blicke von der Dachterrasse und ein bisschen besser schlafen wir hier auch.

Letztendlich unternehmen wir dann aber doch einiges in Cafayate. In der Stadt besuchen wir die Weingüter Domingo Hermanos (mit 40 Jahren eines der jüngsten in der Region) und Nanni (welches zu 100% biologischen Wein herstellt, der uns sehr gut schmeckt; Tour sehr zu empfehlen) sowie das sehr moderne Weinmuseum, welches sich teilweise wiederholt und Cafayate etwas subjektiv als die beste Weinregion der Welt darstellt, aber dennoch ganz interessant ist.

Am nächsten Vormittag leihen wir und zwei Fahrräder um die Weingüter außerhalb der Kleinstadt zu erkunden. Unser erster Stop ist Vasija Secreta, eines der ältesten Weingüter der Region (1857). Bei Esteco, einem der angeblich besten Weingüter machen wir anschließend nur ein paar Bilder. Unser Ziel ist schließlich das hochmoderne Weingut Piattelli, welches erst seit 2012 existiert und ausschließlich Reservas in Barique herstellt. Hier nehmen wir wieder an einer sehr interessanten Tour teil. Bei der Verkostung haben wir die Möglichkeit die Rotweine von hier mit denen des Weinguts des gleichen Besitzers in Mendoza zu vergleichen. Ich bevorzuge die Weine aus Mendoza, die allgemein mehr nach Holz schmecken. Das mag allerdings auch daran liegen, dass die Jahrgänge in der Probe nicht ganz identisch sind. Nach der Verkostung radeln wir nach Cafayate zurück, geben unsere Fahrräder ab, essen noch eine Kleinigkeit und brechen mit einem der Tourveranstalter zur Quebrada de Conchas auf. Von hier wollen wir am gleichen Abend noch weiter nach Salta.

  1 comment for “Cafayate

  1. Wolfgang
    14. Februar 2016 at 0:53

    Hallo ihr Beiden!
    Mit euren tollen Reiseberichten habt ihr mich sehr gefesselt und begeistert. Umso erschrockener war ich heute kurzzeitig, als ich von eurer Reisemüdigkeit las, die aber jetzt hoffentlich schon wieder so schnell verschwunden ist, wie sie anscheinend wohl auch gekommen war. Als Rezipient eurer Bildergeschichten geht es mir in etwa so wie beim Lesen eines spannenden bebilderten Fortsetzungsromans: gespannt auf die Fortsetzung und in Sorge vor einem endgültigen Schluss (meines des Konsumvergnügens). Natürlich ist meine emotionale Identifikation mit Euch als Protagonisten erheblich intensiver und ich bin auch viel gespannter darauf, wie es für euch und mit euch dort in Süd- (und Mittel-?) Amerika noch weiter gehen wird und wünsche euch dafür alles, alles Gute!

    Liebe Grüße von
    Walburga,
    Lisa (ist gerade in den Semesterferien bei uns und fährt morgen mit uns für 1Woche ins Kleinwalsertal zum Skifahren) und
    Wolfgang

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