Granada und Umgebung

Granada

Granada und seine Umgebung sind vermutlich schon eine eigene Reise wert. Die koloniale Stadt ist bildhübsch. Die leuchtenden Farben erinnern uns ein bisschen an Cartagena, nur dass es hier deutlich entspannter ist. Granada ist zwar touristisch, verfügt über zahlreiche Unterkünfte, Bars und Tourveranstalter, aber besonders in der Nachmittagshitze, wirkt die Stadt trotzdem beinahe ein bisschen ausgestorben.

Uns gefällt es hier direkt sehr gut. Zudem finden wir dank Estelle und Sylvain eine sehr schöne Unterkunft nicht weit vom Lago Nicaragua.

In Granada mieten wir uns Fahrräder und besichtigen so die schönen Fassaden in der Hitze auf eine etwas luftigere Weise. Wir besuchen einen Zigarrenhersteller, bei dem wir die Produktionstechnik aus nächster Nähe zu sehen bekommen und sich Sylvain sogar seine eigene Zigarre rollen kann. Abends kochen wir lecker im Hostel oder essen im Restaurant und zu einem Sonnenuntergang machen wir die Standardbootstour zu den Isletas, kleinen Inseln im Lago Nicaragua, die direkt vor der Stadt liegen. Teilweise sind diese mit Luxusvillen bebaut, teilweise völlig naturbelassen. Unser Bootsführer bringt uns bis zur Isla de los Monos, die von zahlreichen Affen bewohnt wird, die einst von einem Tierarzt hier gelassen wurden. Irgendwie kommen uns die Affen auf der Insel ähnlich gefangen wie in einem Käfig vor, aber so schlecht scheint es ihnen dann wiederum auch nicht zu gehen.

Hinweis:

Für die „Umgebung von Granada“ siehe unter der Fotogallerie.

 

Laguna de Apoyo

Nach zwei Nächten in Granada brechen wir für eine Übernachtung zur Laguna de Apoyo auf, einem Kratersee, nicht weit von der Stadt. Hier finden wir eine tolle Unterkunft im Freien, mit zwei privaten Pools, direkt oberhalb des Seeufers. Wir vergnügen uns mit den Kayaks und den Stand-Up Paddleboards des Hotels und essen lecker zu Abend.

Doch als wir schließlich ins Bett gehen, mache ich einen entscheidenden Fehler: Nachdem ich das Moskitonetz gut unter der Matratze befestigt habe, stehe ich kurz am Bettrand auf und bekomme mit voller Wucht den drehenden Ventilator an der Stirn zu spüren. Zum Glück lässt die Wunde relativ schnell nach zu Bluten und scheint außer einer Narbe nicht mehr zurück zu lassen, als eine Anekdote für die Zukunft.

Am nächsten morgen bin ich schon wieder fit und wir brechen nach dem Frühstück zu Fuß in Richtung der Pueblos Blancos auf. Oben am Kraterrand angekommen, beschließen wir ein Taxi bis nach Catarina zu nehmen. Dort ergibt sich uns ein spektakulärer Blick auf die Laguna de Apoyo mit Granada und dem Lago Nicaragua im Hintergrund. In Catarina und im benachbarten San Juan del Oriente besichtigen wir die hier produzierte Töpferwaren und ihren Herstellungsprozess.

Masaya Vulkan

Von San Juan del Oriente ist es mit dem Bus nicht weit bis nach Masaya. Dort essen wir zu Mittag und drehen eine kleine Runde über den Kunsthandwerkermarkt, der auch viele der Artikel der Pueblos Blancos zu deutlich höheren Preisen verkauft.

In Masaya finden wir schnell ein Taxi, dass uns zum gleichnamigen Vulkan bringt. Nach einem kurzen Zwischenstopp am interessanten Besucherzentrum dürfen wir uns lediglich ein paar Minuten am Kraterrand aufhalten, aus Sicherheitsgründen. In den meisten Ländern dürfte man auf einen so aktiven Vulkan wie den Masaya wahrscheinlich gar nicht hinauf. Und wir scheinen besonderes Glück zu haben:

Als wir in den Krater gucken, sind wir sprachlos. Wenige hundert Meter unter uns brodelt die Lava, wie die Wellen eines glühend heißen Ozeans. Das hätten wir nicht für möglich gehalten, irgendwo auf der Welt sehen zu können. Es ist, als würden wir der Erde in ihre offenen Adern gucken, ein Anblick, den wir so schnell sicher nicht vergessen werden.

Au revoir

Für die letzte gemeinsame Übernachtung mit Estelle und Sylvain kehren wir in unser nettes Hostel nach Granada zurück. Am nächsten morgen, dem 17. Juni verabschieden wir uns von den beiden, die mit dem Taxi zum Flughafen aufbrechen. Es war wieder eine tolle Zeit, in der wir mit guten Freunden unsere Erfahrungen teilen durften. Gleichzeitig war es der letzte geplante Besuch auf unserer Reise. Das gibt uns ein bisschen das Gefühl, dass auch für uns die Reise bald zu Ende ist.

Elodie und ich bleiben noch eine Nacht länger in Granada, bevor wir über Managua wieder Richtung Strand aufbrechen. Auf der Karte habe ich den kleinen Ort „El Transito“ auf dem Weg nach León gefunden.

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