Panama Stadt und der Kanal

In Panama Stadt fühle ich mich ein bisschen wie zu Hause. Nachdem ich 2010 für ein Praktikum hier war, bin ich mittlerweile zum vierten Mal zu Besuch bei Nixia, die mich damals wie ihren eigenen Sohn aufgenommen hat.

Tagsüber „arbeiten“ Elodie und ich am Blog und nutzen den Konsumreichtum der Stadt für ein paar Besorgungen bzw. begrenztes Shopping. Abends kocht Nixia lecker für uns, wir für sie oder ein Restaurant für uns drei. So vergehen die Tage bis zum Wochenende mal wieder viel zu schnell. Doch das ist kein Grund zur Trauer, ganz im Gegenteil, denn am Samstag kommt Elodies Vater James an.

Samstag, 14.05.2016

Auf dem Weg zum Flughafen besuchen wir mit Nixia Panama Viejo, den Ort, an dem Panama Stadt 1519 zum ersten mal gegründet wurde, viele Kilometer abseits von der heutigen Altstadt. Wir sind zum ersten Mal hier und finden den Besuch sehr lohnenswert.

Am Flughafen müssen wir uns etwas gedulden bis James endlich hinter der Sicherheitskontrolle auftaucht. Von dort fährt uns Nixia anschließend quer durch die ganze Stadt bis zum Amador Causeway (der Stadt vorgelagerte Inseln) wo wir lecker zu Abend essen und auf James Ankunft anstoßen. Die folgenden Nächte verbringen wir in einem für Panama Stadt günstigen Hotel im zentral gelegenen Cangrejo. Im Vergleich zu Kolumbien merken wir besonders in der Stadt einen deutlichen Anstieg der Preise in Panama.

Sonntag, 15.05.2016

Sonntags holt uns Nixia nach dem Frühstück ab und fährt mit uns am Kanal entlang zum Gamboa Rainforest Resort, ein im Dschungel gelegenes Luxushotel. Wir machen einen Spaziergang über die Anlage in deren medizinischer Tierstation wir zum ersten mal auf unserer Reise einen Jaguar zu sehen bekommen, leider im Käfig, aber sobald er fit ist, soll er wieder in die Wildnis entlassen werden. Eine beeindruckende Wildkatze.

Auf dem Rückweg halten wir an den Miraflores Schleusen an, wo wir die den Kanal passierenden Schiffe aus nächster Nähe bestaunen können. Überraschenderweise sind relativ wenige Schiffe, da heute Sonntag ist, aber leider umso mehr Besucher, vor Ort. Da freuen wir uns umso mehr, dass es gleichzeitig das uns bislang unbekannte und lohnenswerte Kanalmuseum zu erkunden gibt.

Nachmittags verabschieden wir uns von Nixia, drehen mit James eine Runde durch die Altstadt (Casco Viejo) und treffen anschließend Hélène Breebart. Hélêne ist eine französische Modedesignerin die seit 40 Jahren in Panama arbeitet und für ihre Kreationen, in denen sie die Mola (Stoffe) der Guna Yala integriert, bekannt ist. Sie ist ein entfernter Kontakt über eine Freundin von Elodie. Bereits vor ein paar Tagen haben Elodie und ich einen Nachmittag mit Hélène verbracht, eine großzügige Frau voller Energie.

Montag, 16.05.2016

Am Montag klingelt der Wecker früh. Das Frühstück lassen wir aus. Stattdessen treiben wir direkt ein Taxi auf. Denn um 7 Uhr fährt unser Zug ab. Heute fahren wir mit der Panama Canal Railway Company am Kanal entlang und durch den Dschungel bis nach Colón an der Atlantikküste. Die Fahrt dauert gerade mal eine gute Stunde, aber es lohnt sich. Die Aussichten sind spektakulär. Der komfortable Zug hat eine Aussichtsplattform und es gibt sogar einen Snack zum Frühstück, nur etwas zu schnell fährt er uns ab und zu, etwas was wir aus Lateinamerikanischen Zügen bislang nicht kennen.

Gegen 8:20 Uhr sind wir in Colón, der unattraktivsten und wohl auch gefährlichsten Stadt Panamas. In einem heruntergekommenen alten US-amerikanischen Schulbus fahren wir eine halbe Stunde bis zu den Gatun Schleusen zurück. Im Gegensatz zum Vortag in Miraflores sind wir heute (fast) alleine, es sind mehr Schiffe unterwegs, sie sind größer und wir sind noch näher dran. Uns bleibt der Atem weg. Es hat sich gelohnt bis hierher zu kommen.

Auf dem Hin- und Rückweg passieren wir auch die neuen Schleusen, die am 26. Juni eröffnet und Schiffen die Durchfahrt des Kanals ermöglichen werden, die bislang zu groß waren. Die Türen dieser Schleusen sind so breit, dass sie für unseren Bus als provisorische „Brücke“ dienen. Unvorstellbar diese Dimensionen.

Nachdem mehrere Schiffe die Schleusen passiert haben, fahren wir wieder mit einem der rustikalen Busse zurück nach Colón, um dort in einen noch rustikaleren Bus nach Portobelo umzusteigen. So hat James direkt das Vergnügung eine unserer schlimmsten Busfahrten mitzuerleben. Die Konzentration des Busfahrers für Whatsapp ist deutlich größer, als für die Straße und er scheint einen Eintrag in Guinnessbuch für „Höchste Anzahl menschlicher Körper in einem US-Schulbus“ anzustreben. Eine gefühlte Ewigkeit später kommen wir endlich in Portobelo an. Schnell haben wir die Runde durch den heute etwas verwahrlosten Ort gemacht, durch den in seiner Blütezeit der Großteil des weltweit existierenden Goldes von Südamerika nach Europa transportiert wurde.

Als wir nach einem Bus für die Rückfahrt gucken, bietet uns ein Chauffeur an, uns auf seinem Rückweg nach Panama Stadt für einen vernünftigen Preis mitzunehmen. Wir sind froh dem Bus auszuweichen. Stressfrei ist die merkwürdige Fahrweise unseres müden Fahrers aber leider auch nicht. Heute scheint wirklich nicht unser Tag für Verkehrsmittel zu sein, bis auf den Zug heute morgen, an dessen Fahrt wir uns sicher noch lange gut zurück erinnern werden.

  2 comments for “Panama Stadt und der Kanal

  1. bureau
    28. Juni 2016 at 7:15

    Meeerrrrcccciiiiiiiiiiiii !

  2. Anciaux Sarah
    3. August 2016 at 4:07

    Très très interressants et impressionants les chiffres!merci!
    Rencontre très sympatique aujourd’hui au musée du textile maya de San Cristobal de las Casas, Mexique.
    Au plaisir de vous lire.
    Sarah, Greg y El Rodriguez😉

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