Caraíva

27. September – Caraiva liegt am Ende der Straße, wenn man die Piste über die uns der Bus 2 Stunden lang geschaukelt hat noch Straße nennen kann. Dort wo die Piste aufhört, muss man in ein kleines Boot umsteigen, welches der Bootsführer mit schlangenförmigen Ruderbewegungen fortbewegt. Trotz seiner Abgeschiedenheit, ist in Caraiva bei unserer Ankunft einiges los. Es ist Sonntag. Autos gibt es keine. Die Straßen des Dorfs sind kleine Sandwege. Die günstige Übernachtungsmöglichkeit aus dem Reiseführer hat wie einige andere Pousadas und Restaurants geschlossen. Wir finden aber kurz darauf beim Campingplatz ein schönes Zimmer mit Balkon und Hängematte. Es ist mit €30 zwar etwas teurer als sonst, aber den Luxus gönnen wir uns. Als wir Ort und Strand erkunden, sind wir besonders vom Ausmaß von Ebbe und Flut in den angrenzenden Mangroven beeindruckt. Die Flut steigt schließlich sogar so hoch, dass sie den Weg zum Strand überflutet und wir auf dem Rückweg durchs Wasser waten. Unser erster Abend in Caraiva hat wieder etwas ganz besonderes. Nach leckerem frischen Fisch, kehren wir zum Strand zurück, um die Mondfinsternis zu beobachten, von der uns die Kanadische Gastgeberin in Trancoso erzählt hat. Der Mond ist so hell, dass wir selbst im dunklen Caraiva keine Taschenlampe benötigen. Das ändert sich einige Zeit nachdem wir am Strand angekommen sind. Als die Erde den Mond schließlich ganz verdeckt hat, ist es stockfinster. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal so viele Sterne gesehen habe.

28. September – Der Wecker klingelt um 5:30 Uhr. Beim Zähneputzen fragen wir uns gegenseitig, ob wir eigentlich verrückt sind. Aber egal, jetzt sind wir bereits aufgestanden, um den Bus um 6:20 Uhr zurück Richtung Trancoso zu nehmen. Mit einem Tagesrucksack und etwas Proviant ausgestattet steigen wir an der Haltestelle des Praia do Espelho wieder aus. Es stellt sich heraus, dass der Strand noch eine Stunde zu Fuß von hier entfernt liegt. Gegen 8 Uhr erreichen wir einen der angeblich schönsten Strände Brasiliens, wobei mir unklar bleibt in welcher Maßeinheit dies gemessen wird. In jedem Fall ist der Strand sehr hübsch. Das Abenteuer für heute steht uns noch bevor. Auf dem Rückweg am Strand entlang gelangen wir an eine Stelle, an der rechts die Klippen in die Höhe steigen und links die Brandung auf die Felsen donnert. Dazwischen bleibt auf den ersten Blick kein Platz um weiter zu kommen. Den bis hierhin bereits aufwendigen Weg im Hinterkopf versuchen wir es trotzdem und balancieren einige Hundert Meter über die feuchten Felsen. Nach der nächsten Kehre, zeigt sich, dass es noch ein gutes Stück so weiter geht. Wir haben das Gefühl, dass das Wasser bereits wieder anfängt zu steigen. Umkehren scheint deshalb auch keine günstige Alternative. Wir versuchen also weiter zu kommen. Nach ein oder zwei weitere Kehren erreichen wir wieder breiten Sandstrand. Später stellt sich natürlich heraus, dass es oberhalb der Klippen auch  noch einen Panoramaweg gegeben hätte, aber so hatten wir zumindest wieder ein kleines Abenteuer. Nach ca. 3 Stunden Strandwanderung sind wir gegen Mittag wieder in Caraiva. Am Nachmittag erholen wir uns in dem schönen Zimmer mit Balkon.

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  2 comments for “Caraíva

  1. Zouzou
    1. Oktober 2015 at 17:41

    „… Il y a le ciel, le soleil et la mer…“

  2. Britta
    2. Oktober 2015 at 19:27

    Wir haben uns auch den Wecker zu um 4:30 Uhr gestellt, um uns die Mondfinsternis anzuschauen. So spektakulär wie bei euch war es hier sicher nicht, denn es war hier aufgrund der Straßenlaternen nicht so dunkel wie bei euch.
    Euer Zimmer sieht sehr gemütlich aus.

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